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Muster eines Anschreibens für eine Bewerbung

In eigener Sache: eine gute Bewerbung bei der AnwVS

10. Mai 2017 · Beitrag von Árni Anwaldson in den Kategorien: Tagesgeschäft

Wir stellen es grundsätzlich frei, ob sich Bewerber klassisch mit ausgedruckten Unterlagen per Post oder E-Mail bewerben wollen… aber tatsächlich liegt die letzte schriftliche Bewerbung schon so lange zurück, dass wir das Datum gar nicht genau nennen können. Was alles per E-Mail schief gehen kann, wissen wir aber genau.

Der allererste Eindruck: die E-Mail

Die E-Mail-Bewerbung per PDF bringt schon einige Vorteile mit sich (darunter die kurzfristige Zustellung und keine Portokosten), aber auch einen Zusatzaufwand: Wo sich ein Brief in einem ordentlichen Umschlag selbst genügt, braucht eine gute digitale Bewerbung eine ordentliche E-Mail als Ersatz für den Briefumschlag. Im Klartext:

  1. Betreffzeile: Sie sollte aussagekräftig sein und in irgendeiner Kombination das Wort „Bewerbung“ mit der jeweiligen Stellenbezeichnung kombinieren
  2. Anrede: Ob Sie mit „Guten Tag“ oder „Sehr geehrter Herr“ einsteigen, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks – da sind wir leidenschaftslos. Aber „Hallo“ geht ebenso wenig wie gar keine Anrede.
  3. Textfeld: Ein freundlicher Zweizeiler, dass Sie sich bewerben und Ihre Unterlagen im Anhang sind, reicht uns und macht schon einen guten Eindruck. Mehr wäre zu viel (dafür haben Sie ja die Seite 1 im PDF), gar nichts ist zu wenig.
  4. Grußformel: Auch hier bleibt es Ihrem persönlichen Geschmack überlassen, ob Sie „Freundliche Grüße“, „Mit freundlichen Grüßen“ oder eine gleichartige Alternative verwenden. Wenn Sie da ist, ist es gut – ist sie nicht gleichartig oder fehlt ganz, macht das einen eher schlechten Eindruck.
  5. Adressangaben: Manche E-Mail-Programme (speziell Apps für Smartphones) haben automatisch eine Fußzeile integriert. Für uns brauchen Sie so etwas nicht einzufügen. Aber wenn Sie so etwas nutzen, dann sollte dort beispielsweise Ihre Telefonnummer und/oder E-Mail-Adresse stehen. Aber bitte kein Star-Trek-Zitat auf klingonisch.

Lesbarkeit: Formate und Formatierungen

Wenn wir auf der Karriereseite schreiben, dass die Unterlagen als ein PDF mit maximal 5 MB kommen sollen, dann meinen wir das auch so. Also schicken Sie bitte kein Word-Dokument – unser Spam- und Virusfilter kann so etwas blockieren und falls die E-Mail durchkommt, sieht das Layout Ihrer Unterlagen bei uns definitiv anders aus bei Ihnen. Das liegt an Word und lässt sich nur bei PDF vermeiden.

Achten Sie bitte auf Lesbarkeit und das bitte in doppelter Hinsicht. Ihre E-Mail-Bewerbung sollte mit Standardschriften wie Arial oder Times News Roman arbeiten. Als Designmerkmal können Sie bei Überschriften natürlich auch optische Reize setzen – aber der durchgängige Einsatz von Comic Sans und Co. ist ein absolutes No-go. Außerdem raten wir dringend dazu an, grundsätzlich mit rein schwarzer Farbe zu arbeiten. Graue Schrift ist am Monitor oft schwer zu lesen und beim Ausdruck kann es noch schlimmer werden.

Ähnlich sieht es aus, wenn Sie uns die Scans von Zeugnissen oder anderen wichtigen Dokumenten mitschicken: Lesbarkeit ist alles.

Lesbarkeit, Teil 2: Grammatik

Wir sind ein Dienstleister für Rechtsanwälte und haben in dieser Funktion jeden Tag Kontakt mit unseren Kunden (den Anwälten) und deren Kunden (den Mandanten). Das heißt: Jeden Tag bearbeitet jeder Mitarbeiter eine Reihe von Texten (sei es Print oder E-Mail). Ein sicherer Umgang mit der deutschen Sprache ist da unabdingbar, auch wenn verschiedene Textbausteine die Arbeit massiv erleichtern.

Sie können sich vorstellen, dass wir daher Ihre E-Mail und Ihre Bewerbungsunterlagen auch auf Fehler abklopfen. Auch wenn Flüchtigkeitsfehler zwar nicht auftauchen sollten (Sie wissen schon, „erster Eindruck“ und so), können wir sie aber ausblenden. Wenn sich eine willkürliche Zeichensetzung oder nach dem Zufallsprinzip zusammengesetzte Worte durch die E-Mail, das Anschreiben und den Lebenslauf ziehen… dann macht das schon einen Eindruck, und zwar keinen guten.

Weitere Tipps: die Motivation darlegen

Wenn wir für eine Stelle eine bestimmte Angabe machen, was wir uns als Qualifikation wünschen, meinen wir auch das ernst. Anders formuliert: Suchen wir ausgebildete Bürokaufleute (m/w) für das Sekretariat, haben die automatisch einen gewissen Vorsprung vor anderen Kandidaten.

Und jetzt kommt das „Aber“: Wer vorher etwas ganz anderes gemacht hat, beispielsweise Tierpfleger war, kann sich trotzdem bewerben. Er muss dann nur etwas besser darlegen, warum bzw. aus welchen Gründen es passen könnte. Ein einfaches „Ich will halt nicht mehr mit Tieren arbeiten“ ist zu wenig.

Fazit / Empfehlung

Zum Abschluss etwas Mathematik, um die Bedeutung dieser Punkte zu verdeutlichen. Wenn wir Bewerbungsgespräch führen, haben wir vorher manchmal aus 15 bis 20 Bewerbungen auswählen (müssen). Die Anzahl der Gespräche liegt oft zwischen 5 und 15. Das wiederum heißt: Wir schauen uns zwischen 75 und 300 Bewerbungen an.

Und das wiederum heißt für Bewerber: Wer ein gut lesbares Dokument im gewünschten Format schickt und dabei wenig bis keine Fehler macht, setzt sich im Bewerberfeld sehr weit nach vorne.

Eine gute Bewerbung ist keine Raketenwissenschaft – zum Glück. Denn bei der kann Rakete ein falsch gesetztes Komma zu einer falschen Berechnung und dann zu einer Explosion führen. Wir können ein falsch gesetztes Komma aber ausblenden, wenn wir sonst vom Bewerber überzeugt sind.

 


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Über den Autor

Árni Anwaldson

Árni Anwaldson ist der Kolumnist der AnwVS. Mit spitzer Feder greift er Themen auf, die den hauseigenen Anwälten und sonstigen Mitarbeitern zu heiß sind. Er ist eine Kunstfigur, die durchaus Ähnlichkeit mit zwei oder drei bekannten Köpfen des Hauses hat…


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