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Was ist überhaupt eine Anwaltliche Verrechnungsstelle?

18. Oktober 2017 · Beitrag von Árni Anwaldson in den Kategorien: Lexikon

Sie sind Rechtsanwalt und durch die Empfehlung eines Kollegen, ein Suchergebnis bei Google oder durch das Schmökern in alten Kammermitteilungen auf uns aufmerksam geworden? Sie sind Mandant eines Rechtsanwalts und haben Post von uns erhalten? Und jetzt fragen Sie sich, was ist überhaupt eine Verrechnungsstelle? Nun, wir hätten da eine Antwort…

Begriff der Verrechnungsstelle im Bankensektor

Im Kreditwesen ist der Begriff der Verrechnungsstelle vergleichsweise eindeutig definiert, hier die Kurzform: Wenn eine Clearing Bank Transaktionen zwischen anderen Instituten abrechnet bzw. gegeneinander aufrechnet, so dass nur die Spitzenbeträge ausgeglichen werden… dann läuft dieser Vorgang über eine Clearingstelle bzw. Verrechnungsstelle.

Das ist schön knackig, aber für unsere Zwecke nur leider völlig nutzlos.

Und der Blick in (oder auf) die Wikipedia, wo die Verrechnungsstelle im bargeldlosen Zahlungsverkehr der Sparkassen erläutert wird? Das trägt das in diesem Kontext auch nicht weit, schließlich bleiben wir im internen Bereich der Finanzinstitute.

Praxis statt Lexikon

Wirklich hilfreich ist der Blick über die Grenzen des lexikalischen Tellerrands in die Praxis. Und das ist sogar wörtlich zu verstehen – meint aber weniger die anwaltliche Praxis (wie der englische Ausdruck Practice lehnübersetzt wird), sondern die medizinische Praxis. Denn dort finden sich zuhauf Beispiele.

Vor fast 100 Jahren nämlich haben die Ärzte für sich entdeckt, dass Kompetenzen und Interessen ungleich verteilt sein können. So kann zwar ein hohes Interesse an der Arbeit als Arzt und einem gedeckten Konto bestehen, die Kompetenzen liegen aber üblicherweise auf der medizinischen Seite. Was dann zu offenen Posten und hohen Außenständen führt.

Also gibt es flächendeckend Verrechnungsstellen für Humanmediziner sämtlicher Spielarten wie auch für Tierärzte und für Heilberufe. Und sie alle machen im Kern eine Sache: Sie entlasten die Fachleute von Verwaltungsaufgaben und kümmern sich offene Rechnungen.

Die Aufgaben einer Verrechnungsstelle

Dieses „kümmern um offene Rechnungen“ ist dabei ziemlich eindeutig, weil ziemlich umfangreich: Der Arzt schreibt nur die Rechnung, gibt sie an seine Verrechnungsstelle ab und die macht dann den ganzen Rest.

Und dieser „ganze Rest“ fängt beim Versand der Rechnung an und geht über die Überwachung des Zahlungseingangs bis hin zu Erinnerungs- oder gar Mahnschreiben. Grundsätzlich sollte zum Service auch gehören, dass Rechnungen vorfinanziert werden, also der Arzt sein Geld bekommt, noch bevor der Patient wirklich gezahlt hat… aber dieser Teilaspekt ist eher für Ärzte als für Patienten von Interesse.

Und wie schaut das nun bei Anwälten aus?

Da macht die AnwVS Anwaltliche Verrechnungsstelle im Kern genau die gleichen Sachen wie die Verrechnungsstellen aus dem Gesundheitssektor. Nur eben für Anwälte – und das unter Beachtung der Besonderheiten, die sich aus besonderen Anforderungen für Anwälte ergeben. Aber das wird Thema eines neuen Beitrags sein, wir wollen ja keine Bleiwüste produzieren…


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Über den Autor

Árni Anwaldson

Árni Anwaldson ist der Kolumnist der AnwVS. Mit spitzer Feder greift er Themen auf, die den hauseigenen Anwälten und sonstigen Mitarbeitern zu heiß sind. Er ist eine Kunstfigur, die durchaus Ähnlichkeit mit zwei oder drei bekannten Köpfen des Hauses hat…


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