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Glossar

Akzeptanz bei Mandanten

Ihre Mandanten kennen Verrechnungsstellen aus dem ärztlichen Bereich. Warum sollten die Mandanten Ihnen daher verwehren, was sie ihren Ärzte zubilligen. Sie gewinnen durch uns Zeit und Unabhängigkeit, die Mandanten unmittelbar zugute kommt. Wichtig ist es aber, die Mandanten offen vorab über die Zusammenarbeit mit uns zu informieren.

All-in-Gebühren

Unser Preismodell ist einfach und transparent: Die vereinbarten Gebühren decken alle alltäglichen Servicekosten. Ausnahmen bestehen nur in wenigen Sonderfällen wie bei der → Bonitätsprüfung ausländischer Mandanten und den Kosten der Rechtsverfolgung bei Inkassoforderungen.

BaFin

Wer hierzulande regelmäßig Forderungen finanziert und ankauft, muss als Finanzdienstleistungsinstitut zugelassen sein. Die Kontrolle und Freigabe obliegt der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) gemeinschaftlich mit der Bundesbank, die näheren Details regelt das Kreditwesengesetz. Als Pionier im Bereich der Verrechnungsstellen für Anwälte (siehe → Zulässigkeit) verfügt die Gesellschaft hinter der AnwVS seit vielen Jahren über eine Zulassung. Auch die Inkassoerlaubnis ist vorhanden.

Bonität

Die Fähigkeit als auch die Bereitschaft, aufgenommene Schulden zu begleichen, wird allgemein als Bonität bezeichnet. Übernimmt die AnwVS eine Forderung, wird bei unbekannten Mandanten erst einmal die Bonität überprüft und bei bekannten Mandanten frühestens nach einem Jahr wieder.  Unsere Auskünfte holen wir üblicherweise bei Creditreform oder Kreditversicherung (gewerblich) oder Schufa (Privatpersonen) ein.

BRAO

Relevant in der Berufsordnung für Anwälte (BRAO) ist aus Sicht der AnwVS vor allem § 49b IV zur Frage der Abtretbarkeit von Honoraren. Im Rahmen der Reform der Rechtsanwaltsvergütung wurde dieser Paragraph im Dezember 2007 neu- bzw. eindeutig formuliert; zu Beginn unserer Geschäftstätigkeit sorgte die ursprüngliche Fassung teilweise noch für missverständliche Auslegungen. Im April 2008 bestätigte außerdem der → Bundesgerichtshof (Az. IX ZR 53/07) die Zulässigkeit unseres Geschäftsmodells mit der alten Fassung des § 49b.

Deutscher Factoring-Verband

Die Mitglieder des Deutschen Factoring-Verbands e.V. stellen über 98 % des verbandlich organisierten Factoring-Volumens dar. Der in Berlin ansässige Spitzenverband vertritt die Interessen der AnwVS Anwaltliche Verrechnungsstelle und anderer Branchenvertreter auf nationaler und internationaler Ebene.

Debitor und Kostenschuldner

Im kaufmännischen Bereich heißt der Schuldner aus Lieferungen und Leistungen Debitor. Auch wenn stets der Mandant dem Anwalt die Erstattung der Gebühren schuldet, kann aber ein Dritter der Kostenschuldner sein, etwa die Rechtschutzversicherung des eigenen Mandanten oder die gegnerische Haftpflichtversicherung. Selbstverständlich akzeptiert die AnwVS auch die Staatskasse als Debitor, z.B. im Fall der Prozesskostenhilfe.

Factoring

Mit Factoring wird die gewerbliche, revolvierende Übertragung von Forderungen eines Gläubigers gegen einen oder mehrere → Schuldner bezeichnet. Die AnwVS hat sich auf das „echte“ Factoring spezialisiert und trägt damit das Ausfallrisiko, während beim „unechten“ Factoring das Risiko bei der Kanzlei verbleibt. Als Verrechnungsstelle bieten wir aber einen Service an, der deutlich über reines Factoring hinausgeht.

Insolvenz

Mit Insolvenz wird die Unfähigkeit eines Schuldners bezeichnet, gegenüber Gläubigern die fälligen finanziellen Verpflichtungen erfüllen zu können. Unterschiede ergeben sich in der Praxis daraus, ob eine Zahlungsunfähigkeit akut ist, ob sie drohend ist oder ob eine Überschuldung vorliegt.

Liquidität

Quasi als Gegenstück zur → Insolvenz bezeichnet Liquidität die Fähigkeit, fällige Verbindlichkeiten jederzeit und uneingeschränkt begleichen zu können. Schnelle Zahlungseingänge wirken positiv auf die Liquidität, hohe Außenstände stellen eine Gefahr dar.

Nutzen der AnwVS Anwaltliche Verrechnungsstelle

Abgesehen von der Zeitersparnis durch die Auslagerung von Routineaufgaben und die Planbarkeit der Liquidität liegt der wesentliche Vorteil unserer Nutzung in der Entkoppelung zwischen Mandat und Honorareinzug. Sie beraten, wir mahnen. Das verstehen Ihre Mandanten, sie kennen es vom Arzt.

Offenes Verfahren

Wir stehen für Offenheit gegenüber den Mandanten. Wir bieten daher ausschließlich das Offene Verfahren in der Durchführungsform einer Verrechnungsstelle an. Sie schreiben die Rechnung. Wir versenden die Rechnung und stellen uns bei Ihren Mandanten als Ihr Verrechnungsstelle vor. Da die Rechnung an eine Rechtsanwaltsgesellschaft abgetreten wird, ist eine formale Einwilligung des Mandanten nicht erforderlich. Wir empfehlen aber, die Mandanten in Form eines Rundschreibens oder bei Aufnahme des Mandates über die Zusammenarbeit mit uns zu informieren.

Ratenzahlung

Soweit sich der Gläubiger damit einverstanden erklärt, können Forderungen entgegen der Norm auch mit Teilzahlungen ausgeglichen werden. Im Rahmen des Honorarmanagements bietet die AnwVS → Schuldnern bei Bedarf Ratenzahlungen ab drei Monaten an.

Sicherheitseinbehalt

Einen Sicherheitseinbehalt gibt es nicht: Die AnwVS zahlt 100% des Kaufpreises der Rechnung innerhalb eines Werktages aus. Über die entstandenen Gebühren aller eingereichten Rechnungen kommt stattdessen eine Sammelrechnung zum Monatsende. Im Gegensatz dazu behalten reine Factoringanbieter oft bis zu 10 oder gar 20 % einer gekauften Forderung erst einmal als Sicherhalt ein.

Zulässigkeit der Forderungsabtretung

Die Formulierung in § 49, Absatz 4, Satz 1 BRAO (Bundesrechtsanwaltsordnung) ist eindeutig: „Die Abtretung von Vergütungsforderungen oder die Übertragung ihrer Einziehung an Rechtsanwälte oder rechtsanwaltliche Berufsausübungsgemeinschaften (§ 59a) ist zulässig.“ Eine Einwilligungserklärung des Mandanten muss also nicht vorliegen.